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14.11.2007 00:00

Enterprise Architecture Management:

Immer aus Business-Sicht


Architekturmanagement kann nur erfolgreich sein, wenn es strategische und operative Aspekte gleichermaßen berück­sichtigt. Unter diesem Zeichen stand der siebte Architecture Management Day, Deutschlands Networking-Plattform für Unternehmens- und IT-Architekten, am 6. November in München.

Wer ein effektives IT-Management betreibt, kennt seine Infrastruktur und Systeme genau und hat sie in einen sinnvollen Zusammenhang mit dem Geschäft gebracht. Die daraus gewonnenen Informationen helfen, den IT-Bereich eines Unternehmens zu optimieren, bewusst zu steuern und Risiken zu minimieren. Dazu müssen strategisches und operatives Architektur-Management genau aufeinander abgestimmt sein. Das war der einheitliche Tenor der Referenten des Architecture Management Days. Unternehmens- und IT-Architekten aus Deutschland und der Schweiz waren in München zusammen gekommen, um den aktuellen Stand des Enterprise Architecture Managements (EAM) zu erläutern. Architekturmanageraus der Finanz-, Logistik- und Automotive-Branche sowie der Industrie referierten in Best-Practice-Beispielen über ihre Erfahrungen mit der im deutsch­sprachigen Raum aufstrebenden Management-Disziplin.

Auf mögliche Stolpersteine während der Realisierungsphase wies Klaus D. Niemann, Enterprise-Architecture-Experte und Geschäftsführer von Act Consulting, Braunschweig, in seinem Tages-Fazit hin: Der nachhaltige Aufbau eines Unter­nehmensarchitektur-Modells helfe wenig, wenn strategisches und operatives EA-Management nicht genau aufeinander abgestimmt seien. Transformation von Strategie in operative Wirklichkeit sei das Ziel einer erfolgreichen Praxis. Die auf den Grundlagen eines Architektur-Modells entwickelten IT-Standards dürften dabei nicht missbraucht werden. "In jedem Unternehmen gibt es Produkte oder Services, die nach extrem kurzen Time-To-Market-Fristen rufen", sagte Niemann. "Dazu gehört dann auch, dass beispielsweise zur schnellen Marktreife eines Produktes Software eingesetzt wird, die nicht den Standards entspricht. Enterprise Architecture Management (EAM) darf keine Polizeifunktion einnehmen, sondern muss immer flexibel an den tatsächlichen Anforderungen des Business ausgerichtet sein."

Der Architecture Management Day ist in seiner Funktion in Deutschland einzigartig als Netzwerk-Plattform für Unternehmens- und IT-Architekten. Niemann dazu: "Im Gegensatz zu den Niederlanden oder den USA ist Architektur-Management heute in Deutschland gerade erst im Kommen. Studiengänge oder Spezialisierungsmöglichkeiten gibt es hierzulande noch nicht. Dementsprechend wird die Bedeutung dieser Disziplin für den Erfolg eines Unternehmens häufig unterschätzt. Das steigende Interesse an Kongressen und Networking-Days zum Thema verrät aber auch, dass sich dies zu ändern beginnt."