A-B
Anwendungsarchitekt (syn. Application Architect):
a) Spezifische Architekten-Rolle mit ganzheitlicher Zuständigkeit für die Ebene der Anwendungsarchitektur (Makro-Sicht).
b) Unterart des Lösungsarchitekten mit Fokus auf der Ebene der Anwendungsarchitektur (Mikro-Sicht).
Anwendungsarchitektur (syn. Applikationsarchitektur, Anwendungslandschaft):
a) Horizontale Architekturdomäne auf der Abstraktionsebene der eingesetzten Anwendungssysteme. Beinhaltet die im Unternehmen eingesetzten Anwendungssysteme einschl. ihrer internen Struktur sowie die zwischen ihnen bestehenden Beziehungen (z. B. Schnittstellen).
b) Teilweise synonym zu Lösungsarchitektur.
c) Teilweise synonym zu Software-Architektur.
Anwendungssystem (syn. Anwendung, Applikation):
Softwaresystem zur Lösung einer fachlichen Aufgabenstellung, welches als solches unter einem gemeinsamen Namen geführt und von einer bestimmten organisatorischen Stelle verantwortet wird.
Architekt:
Rolle im Systementwicklungs- und Wartungsprozess mit Zuständigkeit für eine ganzheitliche Systembetrachtung und -gestaltung. Hauptaufgaben sind die Interaktion mit den System-Stakeholdern zur Ermittlung der architekturrelevanten Systemanforderungen, Entwurf und Fortschreibung der System-Architektur, die Begleitung der Systemimplementierung sowie die Zertifizierung der implementierten Lösung (vgl. Maier und Rechtin, 2002).
Architektur:
a) Grundlegende Organisation eines Systems (Struktur und Verhalten).
b) Synonym zu Architekturmodell (zweckorientierte Abbildung der grundlegenden Organisation eines existierenden oder geplanten Systems).
c) Synonym zu Architekturprinzip (allgemeiner Grundsatz, welcher die grundlegende Organisation eines Systems (mit-) bestimmt bzw. dessen Weiterentwicklung leitet).
d) Eine beliebige Kombination aus a), b) und c).
Architekturartefakt:
a) Instrument zur Beschreibung eines Systems und/oder zur Steuerung der Systementwicklung auf der Ebene der System-Architektur (z. B. Architekturmodell, Architekturprinzip).
b) Synonym zu Architekturmodell.
c) Synonym zu Entitäts-Element eines Metamodells.
Architekturboard:
Element der Sekundärorganisation des Architekturmanagements. Mit unterschiedlichen Stakeholdern besetztes Gremium für übergreifende Architekturentscheidungen (z. B. Abnahme von Bebauungsplänen, Definition des Standard-Portfolios).
Architektur-Check:
Teilprozess des operativen Architekturmanagements zur Feststellung der Architektur-Relevanz von Veränderungsprojekten.
Architekturdomäne:
Ausschnitt der (IT-) Unternehmensarchitektur. Kann sowohl nach fachlichen (horizontalen) (z. B. Wertpapiergeschäft), technischen (z. B. Host) als auch nach modelltheoretischen (vertikalen) Kriterien (z. B. Geschäftsarchitektur, Anwendungsarchitektur) abgegrenzt werden. Eine Architekturdomäne kann wiederum mehrere Subdomänen umfassen.
Architekturebene:
Horizontale Architekturdomäne.
Architekturframework (syn. Ordnungsrahmen):
a) Ordnungsrahmen zur Strukturierung von Architekturartefakten (im weitesten Sinne).
b) Vorgehensmodell für das Architekturmanagement (z. B. TOGAF ADM).
c) Kombination aus a) und b).
Architektur-Konformität:
Eigenschaft eines Veränderungsprojektes, sich im Einklang mit den hierfür relevanten Architekturvorgaben (z. B. Bebauungsplan, Standards-Portfolio) zu befinden.
Architekturmanagement (syn. Enterprise Architecture Management (EAM), IT-Architekturmanagement):
Teilfunktion des IT-Managements zur ganzheitlichen Dokumentation, Analyse, Planung und Steuerung der (IT-) Unternehmensarchitektur. Zweck des Architekturmanagements ist die Herstellung von Transparenz und die Gewährleistung des Business-IT-Alignments auf Unternehmensebene. Umfasst die beiden Teilbereiche Strategisches und Operatives Architekturmanagement.
Architekturmanagement-Scorecard (syn. EA Scorecard):
Kennzahlensystem zur ganzheitlichen Erfolgsmessung im Rahmen des Architekturmanagements
Architekturmodell:
Zweckorientierte Abbildung der grundlegenden Organisation eines existierenden oder geplanten Systems (in der Regel in grafischer Form).
Architekturprinzip:
Allgemeiner Grundsatz, welcher die grundlegende Organisation eines Systems (mit-) bestimmt bzw. dessen Weiterentwicklung leitet (z. B. Service-Orientierte-Architektur). Teil des Standards-Portfolios.
Architektur-Review:
Teilprozess des Operativen Architekturmanagements zur Überprüfung der Architektur-Konformität von Veränderungsprojekten.
Architektursäule:
Vertikale Architekturdomäne.
Architektursteckbrief (syn. Anwendungssteckbrief):
Dokument zur ganzheitlichen, steckbriefartigen Beschreibung einer Lösungsarchitektur.
Architekturszenario:
Vollständige Beschreibung der Architektur eines existierenden oder geplanten Anwendungssystems einschließlich der genutzten Ressourcen. Häufig Teil eines Architektursteckbriefes.
Bebauungsplan:
a) Architekturmodell der Anwendungsarchitektur (i. S. v. Architekturdomäne), welches den Soll-Zustand der Anwendungslandschaft auf grob-granularer Ebene beschreibt (häufig in Matrixform).
b) Synonym zu Business-Support-Matrix.
Bebauungsplanung:
Prozess des Strategischen Architekturmanagements zur ganzheitlichen Planung des Soll- bzw. Zielzustandes der IT-Unternehmensarchitektur bzw. einer (vertikalen) Architekturdomäne.
Business Capabilty (syn. Capability):
Die in seiner Ablauf- und Aufbauorganisation, außerdem die in seiner Expertise und in seiner Verarbeitung und Nutzung von Informationen begründete Fähigkeit eines sozio-technischen Systems, eine definierte Menge von Aktivitäten auszuführen und zugehörige Ergebnisse zu produzieren.
Business-Support-Matrix (syn. Produkt-Prozess-Matrix, Bebauungsplanungsmatrix, Matrix-Modell):
Architekturmodell der Anwendungsarchitektur und zentrales Instrument der Bebauungsplanung. Visualisiert die Unterstützung von Produkten und Prozessen durch die jeweiligen Anwendungssysteme anhand einer Matrix. Kann sowohl zur Beschreibung des Ist-Zustandes als auch des Soll-Zustandes verwendet werden.